Helfende Fachkräfte – insbesondere Freiwillige, die in emotionalen Unterstützungslinien und Krisen-Hotlines arbeiten – sind täglich menschlichem Leid, Not und Krisensituationen ausgesetzt. Diese kontinuierliche emotionale Belastung kann leicht zu "compassion fatigue" führen, was in Burnout, Motivationsverlust und psychische Belastungen resultieren kann. "Mindfulness" bietet einen praktischen und evidenzbasierten Ansatz, um emotionales Gleichgewicht, Resilienz und berufliche Authentizität zu fördern. Die Kultivierung achtsamer Wahrnehmung verbessert die nicht wertende Aufmerksamkeit, stärkt die Selbstreflexion und fördert die Akzeptanz von Emotionen – alle essenziellen Fähigkeiten in emotional anspruchsvollen helfenden Rollen. Forschung zeigt, dass regelmäßige "Mindfulness"-Praxis Stress und Impulsivität reduziert, die Emotionsregulation verbessert und das psychische Wohlbefinden steigert. Auf diese Weise kann aus "compassion fatigue" ein "compassion balance" werden: eine Form von Empathie, die erhält statt erschöpft. "Mindfulness" dient somit nicht nur als eine Form der Selbstfürsorge, sondern auch als Grundlage für berufliche Qualität, die es Helfenden ermöglicht, langfristig authentisch, präsent und mitfühlend zu bleiben. In unserer Studie haben wir untersucht, wie "Mindfulness"-Training diese Prozesse bei Freiwilligen von Helplines beeinflusst und werden die Ergebnisse in unserem Vortrag präsentieren.
Wir alle brauchen Trost, weil wir als Menschen immer auch leidende Wesen sind. Vor allem dann, wenn das Leiden tief und anhaltend ist, sind wir auf den Trost anderer Menschen angewiesen, weil unser Dasein getroffen ist von etwas, das nichts mehr in Ordnung zu bringen ist und nicht geheilt werden kann. Ein solcher Trost geschieht vor allem durch die tiefe Verbundenheit mit einem anderen Menschen. Dabei wird der andere in seinen tiefsten Möglichkeiten als Mensch angesprochen: als mitfühlendes Wesen, das empathisch und achtsam das Leiden des anderen in sich aufnimmt, es fühlt, es aushält und es so mit ihm gemeinsam da sein lässt und austrägt. Das tröstet, beruhigt und lindert den Schmerz. Ich möchte in meinem Vortrag auch eingehen auf Möglichkeiten des Selbsttrostes durch Achtsamkeit, Selbstmitgefühl, Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge.
Dóra Perczel-Forintos
Martin Franken