Fachkräfte in helfenden Berufen - insbesondere Ehrenamtliche in der emotionalen Unterstützung und an Krisentelefonen - sind täglich mit menschlichem Leid, Belastung und Krisensituationen konfrontiert. Diese anhaltende emotionale Beanspruchung kann leicht zu Mitgefühlserschöpfung führen, was sich in Burnout, Motivationsverlust und psychischer Belastung äußert. Achtsamkeit bietet einen praxisnahen und evidenzbasierten Ansatz zur Förderung von emotionaler Balance, Resilienz und professioneller Authentizität. Die Kultivierung achtsamer Wahrnehmung stärkt eine nicht wertende Aufmerksamkeit, fördert Selbstreflexion und unterstützt die Akzeptanz von Emotionen - zentrale Kompetenzen in emotional anspruchsvollen helfenden Rollen. Studien zeigen, dass regelmäßige Achtsamkeitspraxis Stress und Impulsivität reduziert, die Emotionsregulation verbessert und das psychische Wohlbefinden stärkt. Auf diese Weise kann sich Mitgefühlserschöpfung in Mitgefühlsbalance verwandeln - eine Form von Empathie, die nährt statt erschöpft. Achtsamkeit dient somit nicht nur der Selbstfürsorge, sondern bildet auch eine Grundlage für professionelle Qualität, indem sie Helfer: innen ermöglicht, langfristig authentisch, präsent und mitfühlend zu bleiben. In unserer Studie haben wir untersucht, wie Achtsamkeitstraining diese Prozesse bei Ehrenamtlichen in Krisenhotlines beeinflusst, und werden die Ergebnisse in unserem Vortrag vorstellen.