Diese Sitzung wird die inspirierendsten Erfahrungen und Projekte von TES präsentieren und ihre Rolle bei der Förderung menschlicher Qualitäten, der Erkennung sozialer Notlagen und der Bereitstellung positiver, zukunftsgerichteter Perspektiven in einer sich schnell verändernden Welt hervorheben.
Veränderung ist Teil des Lebens. Sie geschieht ständig, bei jedem von uns: manchmal aus freier Wahl, manchmal aus Notwendigkeit; manchmal als Öffnung, manchmal als Verlust. Wir brauchen Werkzeuge, um die sich wandelnde Welt zu verstehen, unseren Geist und unsere Beziehungen besser zu begreifen und uns in Zeiten der Unsicherheit zu orientieren. Daraus entsteht die Einladung, Veränderungen nicht zu fürchten, sondern zu lernen, sie bewusst zu leben — nicht aus Resignation, sondern aus freier Entscheidung; nicht um die Welt zu vereinfachen, sondern um ihre Komplexität mit Bewusstsein, Verantwortung und Ausgeglichenheit zu meistern. Denn in der Fähigkeit, Veränderungen — in uns und um uns herum — anzunehmen, liegt die Möglichkeit, als Individuen und als Gemeinschaft zu wachsen.
Ausgehend von den Reflexionen, Erkenntnissen und Beiträgen des 22. IFOTES-Kongresses „Winds of Hope“ hat Stefania Pascut das Buch „Embracing Uncertainty“ geschrieben, in dem sie Resilienz als persönliche und kollektive Fähigkeit analysiert: von der Auseinandersetzung mit Unsicherheit über Selbsterkenntnis und soziale Beziehungen bis hin zum digitalen Kontext, künstlicher Intelligenz und der Verbindung von Körper und Geist. Eine Einladung, das Unvorhersehbare nicht zu fürchten, sondern sich ihm aktiv zu stellen.
Die vom Sozialen Observatorium von Télé-Accueil Brüssel durchgeführte Studie basiert auf Zeugenaussagen von ehrenamtlichen Zuhörer:innen und einer theoretischen Analyse, die darauf abzielt, zu verstehen, warum dieses ehrenamtliche Engagement so essenziell ist. Das von Freiwilligen angebotene Zuhören bietet einen einzigartigen Raum für freie Meinungsäußerung, frei von therapeutischen Anordnungen oder Erwartungen an konkrete Ergebnisse. Diese ausgebildeten und sorgfältig betreuten Bürger:innen verkörpern eine echte Solidarität, die die freie Meinungsäußerung angesichts sozialer Krisen fördert, Menschen in schwierigen Situationen unterstützt und Isolation bekämpft. Im Gegensatz zum therapeutischen Ansatz von Profis, der sich auf Diagnosen, strukturiertes Follow-up und langfristige Veränderungsziele konzentriert, schätzt das ehrenamtliche Zuhören den gegenwärtigen Moment, die bedingungslose Akzeptanz und die Stärkung des sozialen Gefüges. Die Komplementarität zwischen dem von Bürger:innen gebotenen Zuhören und dem professionellen Unterstützungsnetzwerk ist von unschätzbarem Wert: Der Therapeut leitet eine tiefgreifende Transformation an, während der/die Freiwillige sofortige, bürgernahe Unterstützung bietet.
Seit mehr als 60 Jahren reagieren die Mitgliedsorganisationen der IFOTES-Hotlines auf die emotionalen Bedürfnisse der europäischen Bürger, rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres. Die gesammelten Informationen und Daten – aus etwa 4 Millionen Anrufen jährlich sowie 350.000 Chats und E-Mails – sind repräsentativ für das emotionale Wohlbefinden der Bevölkerung. Diese Daten veranschaulichen die Entwicklung des sozialen Wohlbefindens auf dem gesamten Kontinent und bieten wertvolle Einblicke in die Vorhersage von Trends im Bereich der psychischen Gesundheit.